2 Tage Italien

Moin Hendrik,
Guck mal ich habe gerade ein richtig nices Set entdeckt:
http://www.jedentageinset.de/2015/07/19/1034-tiefland-herzensangelegenheit-open-air-halle-19-06-2015/.
So nun zum vorerst letzten Teil. Wie schon erwähnt bin ich von Mostar relativ zügig nach Split zurück, um dort die Fähre nach Ancona zu nehmen. In Split hatte ich noch drei Stunden Aufenthalt und bin deshalb zu Andis Wg. Sein Mitbewohner hat da gerade mit seiner Freundin Hühnchen-Curry gemacht. Als sie den Reis kochten nahmen sie mindestens eineinhalb Liter Wasser zuviel, sodass sie den Reis nach dem Kochen mit einem Sieb abtropfen lassen wollten. Hat richtig scheiße geschmeckt und war nur noch Brei, das hat mich ein bisschen an Hamburg erinnert, wo der Typ uns dafür bewundert hat, dass wir Spaghetti Pesto kochen können.

Auf der Fähre meinte ich, es sei eine tolle Idee draußen auf Deck zu schlafen. Hatte ja auch 16 Grad am Tag gehabt. Kann man schon mal machen. Nachts kam dann aber der Übersturm, also bin ich ins Treppenhaus der Fähre umgezogen. Der Sturm war morgens bei Ankunft immer noch da und dazu ein Regen, der in Deutschland nur als Schauer möglich ist, in Ancona aber den ganzen Vormittag anhielt.
Ich habe mich dann erst in das Hafengebäude zum Weiterpennen gelegt, weil es 7 Uhr morgens war und meine Mitfahrgelegenheit erst um 3 fuhr. Da hat mir dann aber ein Säufer gemeint, das ich nicht liegen dürfte, weil mich sonst die Security rausschmeißt. Also bin ich weitergezogen und habe ein Internetcafe gefunden in dem ich eine weitere Stunde gehartzt habe. Zum Mittagessen bin ich in das erstbeste was ich sah reingegangen. Das war eine Mischung aus Kiosk Bäckerei und Restaurant. Der (Mini-)Teller Pasta für 6 Euro naja. Die Bedienung hat mir dann aber noch Nutellabrötchen geschenkt. Und am Ende als ich zahlen wollte, meinte sie: „No we offer you the meal.“. Naise! Ab dem Zeitpunkt hatte ich dann sehr gute Laune. Keine aufgesetzte Freundlichkeit, um mehr zu verkaufen wie von der Hostelfrau in Mostar, sondern einfach so mal was spendieren.

Am Nachmittag regnete es natürlich immer noch, aber irgendwann war die Zeit rum und mein Blablacar nach Pisa kam. Der Typ der mich fuhr, fuhr in die Richtung, weil er Fan von Ancona war und die an dem Abend bei Pisa spielten. Also die perfekte Mitfahrgelegenheit. Er hat mir ein bisschen was über den italienischen Fußball erzählen können und auch über Samb, die sind nämlich nicht weit weg von Ancona. Beruflich arbeitete der Typ bei der Marine, aber er hatte keine Patria Tatoos, Hendrik. 😉

Als er mich bei Pisa abgesetzt hatte hieß es Übernachtungsmöglichkeit suchen. Ich hatte schon ein paar Tage vorher recherchiert, dass das mit den 10 Euro Hostels so in Italien nicht möglich sein würde und auch mit Couchsurfing hatte es nicht geklappt. Also bin ich an den Rand der Stadt gelaufen und habe neben einem großen Fluss am Schilf meinen Schlafsack ausgerollt. Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Schiss das irgendjemand kommt, weil ich da jetzt komplett auf mich allein gestellt war. Aber ich habe dann ganz gut geschlafen und mir morgens im Fluss die Haare gewaschen und erstmal zum Wachwerden noch eine Stunde in der Sonne gechillt.

Pisa ist mit Wien die Stadt die mir am besten gefallen hat auf der Tour. Sehr schöne italienisch-pastellfarbene Häuser, eine große Altstadt und StudentInnen statt Jogginghosenprolls. Wenn mein Italienisch gut genug wäre, würde ich da gern studieren, aber vielleicht kann ich ja ein Erasmus-Semester oder so dort machen, wenn ich denn studiere…
Am Turm waren dann unfassbar viele Touristen, aus aller Welt, Militär zum Sichern (und zum Posen, die standen da mit ihren gepanzerten Hummer-Geländewagen rum) und wirklich viele Regenschirm/Selfiestickverkäufer. Ich habe keinen von denen was verkaufen sehen und das waren, über die Innenstadt verteilt mindestens 50 Leute. Hartes Leben..

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Nachmittags bin ich nach Livorno gefahren, weil dort am nächsten Morgen meine Fähre mit dem Föfe nach Korsika gehen sollte. Die Stadt war, obwohl nur 30 km entfernt, ganz anders als Pisa. Keine Studenten, keine schöne Altstadt. Eine klassische Arbeiter- Hafenstadt.
Weil ich nichts zu tun hatte, bin ich dann wieder ins Internetcafe. Der Typ neben mir hat sich erstmal in Ruhe einen Porno gegönnt. Alter! Total in der Öffentlichkeit, Internetcafes sind echt die schmierigsten Orte.
Am Hafen habe ich dann ein paar italienische Jugendliche gefragt, ob sie eine Idee für einen Pennplatz hätten. Die haben dann lange überlegt und waren echt traurig, als sie mir nicht wirklich weiterhelfen konnten. Also bin ich durch die Stadt gestapft und habe mir Plätze ausgeguckt wo ich schlafen könnte. Zu den Ideen gehörten unter anderem ein Supermarkteingang, Baugerüste an Häusern, oder ein Abrisshaus, welches leider ziemlich abgesichert war.
Geschlafen habe ich dann am Meer hinter einem Gebäude, das war ganz chillig.

So hier endet die Reise fürs Erste, weil ich am nächsten Tag mit dem Föfe, meinem Verein, bei dem ich Zeltlager betreue nach Korsika bin.
So ne Reise ist ziemlich geil, ich kann es nur empfehlen. Was besonders zu empfehlen ist, kommt jetzt:
-Trampen, zumindest in Deutschland sehr einfach
-Hostels, da sind so viele Menschen die das Gleiche machen wie man selbst
-genug Aufkleber seines Fußballvereins mitnehmen!
-ein Buch oder so braucht man nicht, man kommt sowieso nicht zum Lesen
-so ein kleines Büchlein ist ganz gut, dort kann man aufschreiben was man erlebt und was man ausgibt, um dann am Ende feststellen zu können wo sein Geld hin ist
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