La Guajira

So weiter gehts! Zurueck in Santa Marta ging es am Abend weiter nach Riohacha, die letzte groesere Stadt vor der Wueste. Nachdem wir uns von den naechsten Leuten unserer Gruppe verabschiedet haben, ging es dann zu 4. weiter. Die Fahrt war im ersten grosen Reisebus! Mega viel Beinfreiheit und superweiche Sitze, auch Wifi, das einzige was den Bussen in Kolumbien im Vergleich zu denen in Deutschland fehlt sind Steckdosen. Sonst fehlt da halt der Sicherheitsgurt, den es aber eh in fast keinem Bus gibt. Das einzige was doof an den Bussen ist, ist, dass die Busfahrer egal wo, die Busse mega krass herunterkuehlen, keine Ahnung wieso, sodass man nur in langen Klamotten ueberlebt und wenn man dann aus dem Bus aussteigt erstmal einen Hitzeschock bekommt. Dort in Riohacha trafen wir Gieljan im Hostel mit dem wir nicht gros geredet haben, den ich aber ungefaehr 1 Monat spaeter und mit dem Auto 1000 km suedlich in Manizales wieder treffen sollte.

Der Hostelbesitzer hat uns paar Tipps zur Vorbereitung auf die Wueste gegeben und am naechsten Tag ging es, nachdem wir alles eingekauft hatten, in einem Collectivo los Richtung Wueste. Fuer die Leute die nicht wissen was ein Collectivo ist: Das sind Sammeltaxis, die losfahren, wenn das Auto voll ist, und sehr billig sind. In Ubrika, die letzte groesere Ansammlung von Hauesern, mussten wir in ein anderen Collectivo umsteigen. Nun sasen wir auf der Ladeflaeche eines Pickups mit vielen Einheimischen, zum Glueck mit Sonnenschutz, und fuhren erstmal an einem Gleis entlang und dann straight in die Wueste. Das erste Eisenbahngleis, welches ich in Kolumbien gesehen habe! Darauf sah man einen mega langen Zug mit 2 Lokomotiven, wie man es aus Filmen aus Australien oder der USA kennt. Ich denke mal das ist fuer den Kohleabbau oder so.

Wie du in einem deiner Artikel vom Plastikmuell um den Staedten herum erzaehlt hast, zaehlt das Gleiche natuerlich auch fuer hier. Je weiter man aus der Stadt hinauskommt, wo es echt noch voll klar geht mit dem Muell, da es Muellmaenner gibt, die mit Muelltonnen herumlaufen und das Zeug einsammeln, je aermer wird die Bevoelkerung und je mehr Plastik sieht man in der Landschaft. Ganz schoen erschreckend viel! Teilsweise liegt es aber auch nicht nur daran, dass sie arm sind. Z.b. auf der 2 taegigen Amazonasbootfahrt, von der ich eben komme, haben soooo viele Menschen ihre Plastikteller einfach in den Fluss geschmissen, anstatt es in den viel zu kleinen Muelleimer zu werfen. Zum einen bin ich der Meinung, dass, wenn man arm ist, einfach gar kein Interesse an Muelltrennung usw hat, weil man andere Probleme hat. Jedoch habe ich auch schon oefters beobachtet, dass Leute, die bestimmt nicht arm waren wie die vom Boot, das gleiche taten. Wieso die das tun weis ich echt nicht. Was meint ihr?

Auf einmal bog der Jeep ins Gelaende ab und ab dann ging queer durch die Landschaft, an Baemen und Kakteen vorbei. Der Fahrer folgte irgendwelchen Autospuren. Immer wieder sah man einzelne oder mehrere Haeuser aus Lehm gebaut, wo dann Einheimische rausgelassen wurden. Ab und zu auch einfach ein Haus und man fragte sich, was die den ganzen Tag machen. Nicht wirklich vorstellbar in unserer westlichen Welt. IMG_1871Wahrscheinlich waren sie alle in Ubrika einkaufen, da Ihnen meistens Saecke mit Reis usw mitgegeben wurde. Teilweise wurden aber auch Leute mitten im nichts herausgelassen, wo man sich fragte: „wo laufen die jetzt hin?“ Irgendwann nach 2 Sunden oder meht, kamen wir dann in „Cabo la Vela“ an. Es war wirklich nur eine Strase, rechts und links Haeuser und dann der Strand und das Meer, mehr nicht. Erstaunlicherweise gab es sogar eine Stromleitung, die wie mir erzaehlt wurde aus Venezuela kommt. Der Strom sei anscheinend sehr teuer, sodass jeder Generatoren besitzt. Voll der Quatsch ey!

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mehr gabs nicht in Cabo la Vela

Als wir dann in einem Restaurant zu Mittag asen, bemerkten wir die Boxen und den Fernseher, der Musik abspielte, schenkten ihm aber deshalb nicht gros Aufmerksamkeit. Irgwann hat der Restaurantbesitzer umgeschaltet und es lief Fusball. Und zwar nicht nur irgendein Fusball sondern Champions League! Das war vielleicht ein naises Gefuehl in der Wueste Champions League zu schauen. Es war das Speil Barça gegen Atletico, welches dazu sehr spannend war und viele Leute (alles nur Maenner) im Restaurant sasen. Auf einall ging einfach der Strom aus und obwohl es 80. Minute war und das Spiel mega spannend zu dem Zeitpunkt war. Trotzdem beschwerte sich niemand und langsam zogen alle ab, wohlmoeglich zum naechsten Restaurant oder sonstwohin. Wir schauten uns auf jeden Fall verdutzt an!

Der Ort ist perfekt zum Kitesurfen, da es dort mega viel Wind und wirklich KEINE Wellen gibt. IMG_1883Ich habe zuvor noch nie ein Meer ohne Wellen gesehen 😀 Deshalb gibt es dort auch gleich mehrere Kitesurfschulen und die Leute hatten ganz schoen krasse Skills.
Mit dem Wind koennen die mega hoch und weit springen und manche haben dann noch voll die Tricks drauf. Geht mega ab! Muss ich auch noch in meinem Leben lernen!

Am naechsten Tag ging es dann wieder in einem Jeep frueh weiter nach Punta Gallinas. Wir durchfuhren vielen verschiedene Vegetationen: Von nur Sand ueber kleine Graeser zu kleinen Baeumen mit mini Blaettern und mindestens 2m hohe Kakteen. Auf dem Weg gab es dann aber auch nicht so schoene Bilder. Es gab sehr oft „Strasensperren“ mit einem Seil, welches von der linken Strasenseite zur rechten gespannt waren. Dort warteten, bis auf sehr wenige Ausnahmen, immer Kinder und wollten etwas zu essen oder trinken haben. Anfangs hatte der Fahrer suses Gebaeck dabei, worueber sich die Kinder sehr freuten (was natuerlich auf der anderen Seite auch nicht wirklich gesund ist wenn die am Tag nur das zu essen bekommen. Dann kann man schon mal hallo zur spaeteren Diabetis sagen). Jedoch gibt es anscheinend Zonen wo sie diese Strasensperren machen duerfen und wo nicht. Trotzdem standen in den Zonen, wo sie es eigentlich nicht duerfen, Kinder mit ihren Strasensperren und baten um etwas. Da war es echt gut, das uns der Hostelmensch aus Riohacha emgfohlen hat Wasser und Fruechte oder Brot zu kaufen. So konnten wir Ihnen etwas geben, denn die Kinder stehen da wohlmoeglich den ganzen Tag auch wenn sie nichts von den Collectivo-Fahrern bekommen. Ganz schoen traurig das Ganze zu sehen.

Der Collectivo-Fahrer hatte die ganze Zeit eine CD am laufen und auf einmal kam „Mr. Bombastik“ von Shaggy und alle im Jeep haben „mitgesungen“. Das war sehr witzig. Wer das Lied nicht kennt sollte sich auf jeden Fall schaemen und hat etwas verpasst in seiner Kindheit!

IMG_1892Irgendwann kamen wir ploetzlich zu einem tuerkisfarbenen Fluss mit Manggrofen. Seeehr schoen! Nach einer kurzen Bootsfahrt kamen wir dann zu unserer Uebernachtsungsmoeglichkeit, wovon man einen geilen Blick auf den tuerkisen Fluss und den Manggrofeninseln hatte!

Nach ein paar Stunden Pause, in denen ich „Domino“ mit 3 Einheimischen spielte (Ja das Spiel mit den Steinen und 2 Nummern darauf. das wird in ganz Kolumbien und von jeder Altersklasse gespielt. Vor allem spielen die das so, dass wenn sie am Zug sind und einen Stein spielen koennen, diesen laut auf den Tisch schlagen und dann erst an die richtigige Postion legen. Keine Ahnung wieso, ist aber voll witzig! Muss man mal den alten Herren in der Baiz in Berlin vorschlagen, die das auch immer zocken! 😀 ) ging es los mit der Tour. Nach hoechstens 10 Minuten war der Jeep jedoch ueberhitzt und der Jeepfahrer lief zurueck und holte einen neuen. Jedoch mussten wir uns nun auf die Ladeflaeche ohne Sonnenschutz stellen, was spaeter meinen Sonnenstich verursachte, da ich nicht genug Wasser fuer den kleinen Ausflug dabei hatte.

Erste Station der Tour war der noerdlichste Punkt Suedamerikas, wo mega viele Steintuerme gebaut waren, wie in der Dreisam in Freiburg!IMG-20160416-WA0000 Danach gab es eine weitere coole Aussicht auf den Fluss und danach sind wir zu einer ungefaehr 20m hohen Sandduene gefahren, von der man direkt ins Meer rennen konnte. Das hat echt unglaublich Spas gemacht und war zugleich brutal anstrengend wieder hochzulaufen, weil die Sandduene mega steil war. Das wollte ich immer mal gemacht haben! Ein Typ aus der Gruppe hatte ein Antifaschista-Tatoo auf franzoesisch auf dem Arm, seeeehr naise!

Da ging es die 20m herunter
Da ging es die 20m herunter

Abends haben wir dann nach dem Essen sehr lange Shit-Head gespielt, Bier getrunken und dabei Rapmusik gehoert. Dies in der Wueste -> was will man mehr!! Dort hatte ich dann meine erste Nacht in einer Haengematte, in der ich richtig super geschlafen habe. Wenn man sich richtig quer legt und die Haengematte breit genug ist, geht das voll ab!

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und auch im nichts gibt es Fernseher und Strom

Am naechsten Tag ging es dann wieder zurueck nach Cabo la Vela, wo wir eine Gruppe aus Muenchen trafen( Lennart. der eine kannte sogar „Ultrapeinlich“ und „Ultraschoen“ mit dem ich dann mega viel ueber Fusball und Ultras gequatscht habe. Nur leider ist er kein Mitglied bei Schickeria…. 😀 ) Von dort ging es dann weiter nach Santa Marta zurueck.

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so klappt das mit den Toiletten und Duschen in der Wueste und man sieht das sehr oft in Suedamerika dass die einen Behaelter fuer das Wasser haben der aufgefuellt wird und dann fliest das Wasser herunter

Was mir dort auch, wie schon bei der Wandertour durch den Tayronna Park, sehr gefallen hat, ist, dass Leben ohne Spiegel und ohne auf die Uhr zu schauen (da bin ich echt froh dass ich keine Armbanduhr besitze). Das geht echt mega ab einfach darauf zu scheisen wie viel Uhr es ist! Me gusta!

Bilder reiche ich noch nach, da das Internetcafe echt kacke ist!

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