So es wird mal Zeit fuer einen Beitrag. Ich bin in letzter Zeit viel unterwegs und finde einfach nicht die Zeit um ins Internet-Cafe zu gehen aber auch u.a. weil von meiner Reise nur noch bisschen mehr als 20 Tage uebrig sind und jeder Bericht nahezu 2 Stunden braucht mit Bilder hochladen usw. Echt keine Ahnung wie die Leonie (fuer die Leute die Leonie nicht kennen, sie ist von unserer ehemaligen Stufe und war mit ihrem Freund in Australien und hat unghefaehr alle 2 Tage mega den Bericht mit Bildern usw. geschrieben) so viel Zeit auf ihrer Reise am PC verbringen konnte. Auf der anderen Seite ist es auch echt schade, da ich noch echt viele coole Sachen erlebt habe (z.B. habe ich 3 Tage au einem Schiff auf dem Amazonas verbracht und war dprt der einzige Auslaender, oder die 2 Wochen chilliges Surfer-Leben in Huanchaco oder als ich auf 5100m gewandert bin, also hoeher war als der hoechste Berg in den Alpen oder die riesen Party in Pisac wo es eine Umzug gab wie bei uns an Fasnacht und abends alle Leute getrunken haben uvm.). Aber das muss ich euch dann wohl persoehnlich erzaehlen/zeigen.
Nun zu Medellin. Wie schon geschrieben ist das die Stadt, wo Pablo Escobar vor einiger Zeit sein Unwesen getrieben hat und zu den gefaehrlichsten Staedte der Welt gehoerte. Welche Lebenserwartung hatte damals ein_e Polizist_in? Richtig 2,5 Jahre (Wurde mir erzaehlt). Es gab anscheinend bis zu 1000 US-Dollar Kopfgeld fuer jeden getoeteten Polizisten. Naja erstmal genug zur Geschichte.
Am ersten Tag bin ich mit 3 Leuten zum ehemaligen „Gefaengnis“ von Escobar gefahren. Dies hatte er sich anscheind selber bauen duerfen, als er mal von der Polizei geschnappt wurde, konnte seine Geschaefte von dort aber weiter ausfuehren (hat also wenig gebracht). Es ist gar nicht mal so klein, mit kleinem Fusballplatz, vielen kleinen Haeuschen und was ist dieses Gelaende jetzt? Richtig ein Altersheim. Bisschen arg strange! Was man noch dazu sagen muss: die armen Menschen damals haben ihn geliebt, denn er hat vielen einfach ein Haus gebaut und sie von der Strase geholt, deshalb war er fuer die Armen der Held. Vielleicht sind die alten Leute vom Altersheim welche von denen.
Das Hostel (Kasa Kiwi) war ziemlich fett: mit groser Kueche, coolen Billiard-Tisch (wo es zum ersten mal richtig Bock gemacht hat Billiard zu spielen), groser Roof-Terasse uvw. Leider war der Bezirk „El Poblado“ sehr touristisch. Dort sind mir zum ersten mal die Ausmase des Tourismus aufgefallen. Alle Restaurants waren ziemlich teuer und mega modern/hipster ausgestattet. Einheimische gab es dort eher nicht so oft zu sehen. Natuerlich gabe es dort auch gute Discos und ich habe meine lange vermisste Electro/Techno Musik mal wieder gefunden. Eines abends, als wir zurueck kamen, sasen paar Leute vor dem Hostel auf der Strase und haben mit kleinen Boxen Musik gehoert. Irgendwann haben wir dann alle angefangen auf der Strase zu tanzen – immer zum selben Song – fast eine Stunde lang 😀 Das war auf jeden Fall mega witzig! Der Song hies: „Them Changes“ von Thunder Cat. Paar mal ist die Polzei auf dem Motorrad vorbei gefahren und hat uns nur komisch angeschaut. Auserdem war einer der Leute ziemlich betrunken und hat andauernd „Claro ce si“ (das ist spanisch und heist so viel wie „na klar“) gesagt. Seitdem muss ich immer innerlich laecheln und an diese Nacht denken, wenn ich Claro ce si sage.
Einmal bin ich zu einer Bank gegangen um Geld abzuheben. An einem Automaten wurde gerade gearbeitet deshalb stand am Eingang ein Polizist mit einer fetten Pump-Gun/Shotgun um zu kontrollieren dass immer nur so viele Leute wie Automaten in der Bank sind. Ich habe zuvor nooch nie eine Pump-Gun in echt gesehen- Ziemlich fettes Ding!
Sonst habe ich zum ersten mal einen Diebstahl mehr oder weniger (eher weniger) live miterlebt. Ich bin mit Avi in die Metro (so etwas wie eine U-Bahn nur oberhalb der Erde, die einzige die es in Kolumbien gibt) gestiegen. Ein Mann hat uns gezeigt wo wir einsteigen muessen und meinte noch zu uns als es dann auf einmal ziemlich eng wurde, dass wir doch auf unsere Hosentaschen aufpassen sollten. Zwischen „es wurde eng“ und sein Hinweis waren vielleicht 20 Sekunden oder weniger vergangen. Das hatte gereicht um Avi die Brieftasche TROTZ Reisverschluss aus der Hosentasche zu klauen. Echt krass wie schnell das ging. Leider hatte er alles wichtige (Geldkarte, Visa, Fuehrerschein usw) in seinem Portmonee. Dies ist meiner Meinung nach einfach nur dumm. Ich habe das nie dabei und lasse es immer im Hostel. Schon ist die Chance, dass es dir in der Stadt geklaut wird null. Ein anderer Diebstahl war in Santa Marta als Max nachts um 4 auf die Idee kam alleine zum Geldautomaten zu gehen und Geld zu holen. Auf dem Rueckweg stand dann jemand mit Messer vor ihm und das Portmonee war weg.
Wenn man einfach bestimmte Regeln befolgt dann passiert einem nichts, sogar im „gefaehrlichen“ Kolumbien, auch wenn man das nicht glauben will, wenn man die Panikmache des Auswaertigen-Amtes liest. Dort wird von Nachtbussen ganz abgeraten und Busse allgemein nur am Wochenende und so ein Quatsch. Natuerlich kann man immer Pech haben, und der Taxifahrer ist nicht gut gesinnt usw., was mir aber nie passiert ist. Solche Geschichten hoert man aber oefters.
Zum Thema Emanzipation sieht es in Kolumbien leider nicht so gut aus. Ich kann natuerlich nur davon erzaehlen, was ich gessehen habe. Ich war jetzt bei keiner Familie laenger zu Gast oder habe irgendwelche Studien gelesen. Ein Beispíel: in Kolumbien gibt es viele „Restaurants oder Bars“ die z.B. voll mit Tischen sind wo Maenner Kartenspiele spielen oder ein ziemlich groser Raum, der voll mit Billiardtischen ist. Aber Frauen findet man in diesen Raeumen nicht, null, ziemlich mager. Und sie muessen sich auch ziemlich viel gefallen lassen. Es kam schon paar mal vor, dass der Taxifahrer eine auf der gegenueberliegenden Strasenseite laufende Frau angehupt hat, weil sie gut aussah, und dann gelacht hat als sie erschrocken und wahrscheinlich auch genervt heruebergeschaut hat. Oder auch die Jungs aus Argentina, mit denen ich lange in Huanchaco gechillt habe, haben mega oft den Frauen hinterhergepfiffen oder irgendwas auf spanisch ihnen hinterhergerufen. Gehoert wohl irgendwie bei denen zur Kultur was aber nicht heisen muss, dass man das nicht aendern kann. Der naechste bericht, sofern es einen geben sollte, geht dann weiter mit Medellin und den wohlmoeglichst kraenksten Fusballfans, die ich je bei einem Spiel gesehen habe und vielleicht fuege ich dann noch paar Bilder hinzu.
Vor paar tagen war ich im zweittiefsten Canyon der Welt und habe mir fasst ueberlegt einen 6000er Vulkan zu besteigen aber jetzt geht es erstmal Sandboarden in einer Oase. Adios!
Hier noch ein Lied, was in Kolumbien rauf und runter gehoert wird in den Discos und ueberall: https://www.youtube.com/watch?v=RqpKDkVzlqU oder https://www.youtube.com/watch?v=10IKRNNfCGU