1. Woche Kolumbien

Servus!
die Wetterlage hier sieht so aus: jeden Tag Sonne und 30C. Wir kuehlen unsere Zimmer auf 23C herunter, was sich in Deutschland brutal warm angefuehlen wuerde, hier aber nicht.

Die Gegend in der ich bin ist seeehr schoen. Die Haeuser sind alle aneinander gebaut und haben alle jeweils verschiedene Farben (meistens einstoeckig). Es gibt auch sehr viel Street Art und Graffiti zu finden, was die Gegend noch schoener macht! Am Wochenende sitzen alle Bewohner auf Plastikstuehlen auf der Strasse und spielen Spiele zusammen. Fast aus jedem Haus troent laute Salsa oder sonstige Suedamerikanische Musik. Da wird einem klar, dass man hier in einer ganz anderen Welt lebt. Dies erlebt man auch, wenn man z.B. Bus faehrt: Die Tueren des Busses sind dauerhaft offen und, wenn man Haltestellen sucht, wird man lange suchen muessen, denn es gibt keine! So macht man an dem Strassenrand auf sich aufmerksam und der Bus haelt. Auch fuer das Austeigen ruft man zum Busfahrer, dass man aussteigen will, und schon haelt dieser an (bezahlen tut man dann beim Busfahrer beim hinausgehen). Ein sehr witziges Feeling das Ganze.
Durch die Strassen schieben Strassenverkaeufer ihre Waegen gefuellt mit Fruechten und sonstigen Leckereien und rufen dabei dauernd, was sie so alles am Start haben (aehnlich wie man es beim Maybach-Ufer-Mark in Berlin gewohnt ist). Es wird auch sehr viel gekochtes oder frittiertes Essen auf der Strasse angeboten, wo es einem sehr oft schwer faellt nein zu sagen.

So hat es auch nur 5 Tage gedauert, bis ich zum ersten mal die gruene Seite Kolumbiens kennen gelernt habe. Mittwochs macht ein Hostel immer Party auf ihrem Dach, was mega naise ist! (Eintrittspreis 20000 Pesos = fast 7 Euro, also eher Freiburger Preise). Wenn man Techno oder aehnliches sucht wird man wohl leider sehr selten fuendig. Trotzdem ist es witzig mit einer Live-Band Salsa zu tanzen! Einfach eine etwas andere Cluberfahrung! Mit der Schule ging es am Freitagnachmittag ans Meer. Stand-Up-Paddeling solltest du auch mal ausprobieren!
Leider hat es auch nur 5 Tage gedauert, bis ich meine EC-Karte verloren habe. Nun gilt es auf die Kreditkarte gut aufzupassen!
Eine witzige Geflogenheit an Geburtstagen: Beim Geburtstagskuchen wird in die Mitte ein Kreis geschnitten, der dann dem Geburtstagskind gegeben wird. Der Rest drumherum wird, wie wir es kennen, in Scheiben geschnitten. Das werde ich in Deutschland auch einfuehren!
Am Wochenende war ich mit der Schule an einem schoenen karibischen Strand, so wie man es aus den Bildern kennt.
Sonntags bin ich dann zum ersten Fussballspiel gegangen (2. kolumbianische Liga, Real Cartagena – Valledupur). Jeder Fussballfan wird sofort ueberwaeltigt sein von den Gesaengen der Fussballfans. Die Karten werden einfach auf der Srasse verkauft. Ob man sich auf den Platz, der auf der Karte steht setzen kann? Nein! Es besteht freie Platzwahl. Das Spiel hat Cartagena 3:0 verloren und am Ende musste ein Feldspieler ins Tor, weil der TOrhueter rot gesehen hatte und schon 3 mal ausgewechselt wurde. Dieser wurde dann aber bei jede Aktion vom Publikum gefeiert. 😀
Witziger Fact zur Einlasspolitik: Man darf nur ohne Guertel ins Stadion! Da man damit wohl gut aufeinander einpruegeln kann. Ich kam dann nur mit Guertel hinein, weil ich auf dummen, nichtsahnenden Touristen gemacht habe (letzteres stimmte wirklich). (@Lennart es gab sogar die Praesentation der Zaunfahne der Gegnerischen Fans (um die 20 waren von denen da), die aber erst in der zweiten Halbzeit das Stasion verliesen.)

Es gab am Wochenende auch ein riesiges Feuerwerk. Ich habe es selten so laut knallen gehoert!
Die Schule ist ziemlich cool. Jedoch werden meiner Meinung nach 4 Wochen nicht reichen spanisch sprechen zu koennen. Da muesste man jeden Tag nur Vokabeln lernen und sonst nichts anderes mehr machen. So werde ich ausser der Grammatik und ein paar Phrasen (was zum ueberleben reichen sollte) nicht viel koennen. Aber mal sehen!

PS:
wie heist ein maennlicher Pole auf spanisch? El Polaco! Jetzt kann man sich denken woher das Schimpfwort Polake kommt.

Europa Tour

Hey Hendrik was geht,
Ich bin grad in Graz angekommen und bin so müde ich könnte gleich pennen, obwohl es erst halb 8 ist. Ich hätte nicht gedacht das Trampen so anstrengend ist!
Von daher schreibe ich erstmal nur den ersten Teil bis Wien.
Aber von Anfang. Weil es so gepisst hat bin ich nach Amberg mit dem Zug gefahren, wo ich den Lukas einen alten Freund aus meinem Viertel besucht habe. Als ich in Nürnberg umstieg, ist mir sofort aufgefallen, dass da fast nur Bauern rumlaufen. Alle Vorurteile haben sich bestätigt, inklusive eines überaggressiven Sicherheitsdienstes, der die Leute, die rauchen, oder trinken nicht nur aus dem Bahnhof schmeißt, sondern auch von der Treppe davor, weil die ja auch Bahnhofsgelände sei.
Amberg ist ganz nett, eine Kleinstadt mit Technischer Uni, ziemlich reich.
Abends waren wir feiern in der Villa Kitty. Drinnen lief nur Ami Hip Hop, was für mich ziemlich überraschend war, so mitten in der bayerischen Provinz.Nach einer Weile merkten wir warum. Die Tanzfläche war voll von US Soldaten vom nahegelegenen Stützpunkt, die mega abgingen. Ami Kultur für das Land!
Außerdem kam der Türsteher aus Neukölln und kannte die Vivo Pizzeria 🙂

Nächste Station sollte Wien sein. Nun wollte ich endlich anfangen zu Trampen und wie das mit Anfängerglück so ist, wurde ich gleich nach 10 Minuten von zwei freundlichen Rentnerinnen auf Kurreise bis Passau mitgenommen. Nach einer halben Stunde warten an der Raststätte nahmen mich der 1. und 2. Chef einer Papierfirma mit, die dann mit durchschnittlich 160 km/h bis Wien fuhren. So kanns laufen! 🙂

Tag X

Nun hieß es auch fuer mich Abschied nehmen. Morgens um 5 Uhr musste ich aufstehen und hatte wie schon die 2 Wochen davor wenig Schlaf (nicht aufgrund der Aufregung).

Beim Check-In ereignete sich dann schon die erste unschoene Erfahrung. Ein, moeglicherweise aus dem arabischen Raum stammender Mann diskutierte nervoes mit dem Personal. Nach und nach kamen 6 Polizisten und sie gingen mit dem Mann weiter weg. Auf einmal kam der Mann angerannt, warf seinen Rucksack weg und wurde, nachdem er einen Halbkreis gerannt war, von der Polizei geschnappt. Als er da auf dem Boden lag und ihm die Handschellen angelegt wurden, was eine gefuehlte Ewigkeit dauerte (mindestens 8 min.), schrie er die ganze Zeit: „Help me“, „They are killing me“ „Por favor“ usw… Das war wirklich schrecklich mitanzuschauen, weil man nichts machen konnte…
Nachdem diese Situation ueberstanden war, ging es ins Flugzeug.
Auf dem Flug von Madrid-Bogota habe ich einen Jungen aus Kempten kennen gelernt, der, wie sich im Laufe des Fluges herausstellte, sehr christlich war. Als wir mittendrin darueber geredet haben, welche Buecher wir gerade lesen, meinte er: „Ich les gerade die Bibel“ 😀 Trotzdem war es sehr interssant ihm zuzuhoeren, in welcher Art und Weise er in Peru arbeitet. In gewisser Weise missioniert er dort, was man natuerlich nicht befuerworten kann. Jedoch hat er erzaehlt, dass viele Staemme dort in Angst leben (z.B. Wenn jemand stirbt, verbrennen sie das Haus in der Hoffnung dass die Boesen Geister nicht kommen und so skurrile Geschichten). Deshalb kann man darueber streiten, ob das gut oder scheiße ist was er dort macht. Was jedoch witzig war: Er empfand mein Leben als traurig, weil ich an nichts glaube usw. Aber sonst war der Typ korrekt.
Eine weitere Huerde auf dem Weg nach Kolumbien war das Ausfuellen des Visums, was dann aber mit Hilfe des Jungen aus Kempten gut geklappt hat.

In Cartagena angekommen (30C Aussentemperatur) musste ich mit dem Taxi zu meiner Unterkunft. Sicherheitsgurt im Auto? Fehlanzeige! Was auch sehr witzig ist: Die Autofahrer benutzen fuer alles die Hupe (zum Auffordern Weiterzufahren, als Frage ob man einsteigen will uvm.). Da sie nur kurz draufdruecken, ist das aber ziemlich witzig. Nachdem der Taxifahrer meine Unterkunft nicht finden konnte und er viele Leute gefragt hatte, wo mein Haus ist, meinte eine Person zu mir: „Where are you from?“ ich erwiderte „Germany“. Dauraufhin fragte er, ob ich Heroin kaufen moechte, was ich dankend ablehnte 😀 (Das zum Thema Drogen und Kolumbien). Irgendwann haben wir die Wohnung dann gefunden und meine Mitbewohner haben mit den anderen „Schuelern“ eine Party gemacht. Ein Amerikaner meinte, dass seine Oma aus KENZINGEN kommt. So klein ist die Welt also. Ein anderer spielt in der Schweiz Faustball (eine Sportart die ich in Freiburg nur alte Leute spielen gesehen habe). Aufgrund meines Jetlags bin ich dann nicht mit feiern gegangen.

Wiziger Fact ueber Cartagena: die Kanalisation ist nicht dafuer gebaut Klopapier „mitzuspuelen“!
PS: auf der spanischen Tastatur gibt es ein paar Buchstaben nicht, deshalb meine Schreibweise.

Lennart? was geht bei dir so?

Abschied und Neubeginn

Gestern war es soweit. Der Abschied aus Berlin stand an. Nach einem Jahr voller Kickern, Auswärtsfahrten, Feiern und noch ganz viel mehr, zum Beispiel Arbeiten und FÖJ, beginnt nun die nächste Phase.
Hendrik wird nach Südamerika fahren und ich zuerst auf den Balkan und später dann nach Italien.

Davor musste aber noch das ganze Zeugs aus Berlin heim nach Freiburg gebracht werden. Wir dachten uns es sei bestimmt eine gute Idee Fahrräder und drei Riesentaschen mit dem Nachtzug nach Freiburg zu bringen (Nicht empfehlenswert). Um das zu überleben hatten wir noch eine Woddi und Eisteepulver gefunden (Empfehlenswert).

Als wir viel zu früh am S-Bahnhof waren standen uns drei unfreundliche Polizisten gegenüber, die alle Leute aus dem Bahnhof schmisse20160228_182228n, weil auf dem Bahnsteig ein „Verdächtiger Gegenstand“ läge. Naise erstmal einen ordentlichen Umweg mit der U-Bahn fahren. Nachdem wir uns mitsamt Gepäck durch den Alex gekämpft hatten, die 100 Kilo Gepäck dann im Zug hatten und wehmütig dem sich entfernenden Berlin nachschauten, kamen
all dieSachen hoch die wir im letzten Jahr erlebt hatten. Wir20160228_203705 klich viel, wirklich coole Sachen.
Irgendwann nach der letzten Mische und dem Umstieg in Hannover (Kackstadt mit Kackbahnhof) sind wir dann eingepennt, bis uns unsere betrunkenen Mitfahrer (von denen wir eine drittel Woddi geschenkt bekommen haben) weckten, weil wir aus dem Zug müssten, da unser Zug auf dem anderen Gleis stehen
würde, was natürlich Quatsch war. Also ein unnötiger Schock und alle legten sich wieder schlafen.